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 Chronik des SV Lörzenbach

In den 1950er Jahren begann sich auch auf dem Lande das Leben nach dem Krieg wieder zu normalisieren und allerorten wurden Vereine, insbesondere auch Sportvereine, neu oder wieder gegründet. Auch in dem damals 391 Einwohner zählenden Dorf Lörzenbach wollten die jungen Männer Sport treiben, was sie bisher nur in umliegenden Vereinen tun konnten. Und der Dorfjugend stand nur der kleine Schulhof zur sportlichen Betätigung zur Verfügung.

Nachdem die Planungen gereift waren, fand am 29. September 1957 unter der Federführung von Georg Rudolph die Gründungsversammlung des Sportvereins Grün-Weiß im Gasthaus „Zur schönen Aussicht“ (später „Zur Dorfschenke“) statt. Bei zwei weiteren Versammlungen am 28. und 31. Oktober 1957, diese dann im Gasthaus „Zur Eintracht“ von Nikolaus Emig, dem künftigen Vereinslokal, wurde der erste Vorstand gewählt, der sich wie folgt zusammensetzte: Vorsitzender Georg Rudolph, Zweiter Vorsitzender Willi Renner (Dorflehrer), Erster Beisitzer Emil Rudolph, weitere Beisitzer Richard und Josef Eberle sowie Peter Bitsch, Kassenverwalter Josef Schopper, Schriftführer Peter Fleschhut II, Vereinsdiener und Gerätewart Hans Lenhardt jun., Stellvertreter Herbert Steinmann, Spielausschuss Willi Renner, Rudi Burk, Hans Fleschhut und Jakob Schäfer.

Außer den Vorstandsmitgliedern gehörten folgende Personen zu den Gründern: Heinrich Meierhöfer, Leonhard Vetter, Bürgermeister Theodor Hölzing, Dieter und Horst Pfeifer, Peter Fleschhut, Hans Schütz, Heini Hebling, Willibald Emig, Josef Dörsam, Robert, Walter und Franz Hederer, Heinz Matt, Sebastian Oberle und Nikolaus Emig.

1959 absolvierte der SV Lörzenbach sein ersten Fußballspiel. Mit 0:1 unterlag die erste erste Mannschaft damals dem FC Ober-Abtsteinach. Unser Bild zeigt (stehend von links) Vorsitzender Georg Rudolph, Dieter Jünger, Peter Fleschhut, Hans Jäger, Heinrich Hebling, Arthur Oberle, Lorenz Wurtz und Robert Hederer sowie (knieend von links) Herbert Schwarz, Willibald Emig, Heinz Matt, Rudi Burk und Hans Herbst.

Der Verein verabschiedete in der Folgezeit eine Satzung, trat dem Landessportbund bei, ließ sich ins Vereinsregister eintragen und die Gemeinnützigkeit anerkennen. Zwar war das eigentliche Ziel, Fußball zu spielen. Da aber noch kein entsprechendes Gelände zur Verfügung stand, wurde in den ersten beiden Jahren Tischtennis gespielt. Geselligkeit wurde und wird beim SV Lörzenbach schon immer groß geschrieben. So wurde schon am 1. Februar 1958 ein Kappenabend mit Kräppelessen veranstaltet.

In diesem Jahr machte der rührige Vorstand Nägel mit Köpfen. Am 14. Februar 1958 wurde beschlossen, bei der Gemeinde einen Antrag auf Bereitstellung eines Sportplatzgeländes zu stellen. Zwei Täge später wurde das Gelände oberhalb des damaligen Forsthauses besichtigt. Die Lörzenbacher Gemeindevertretung stimmte dem Vorhaben am 7. März 1958 zu und dank der Verhandlungen von Bürgermeister Theodor Hölzing, der vom Beigeordneten Emil Rudolph, Kreisfußballwart Franz Hackl und dem Landtagsabgeordneten und Rimbacher Bürgermeister Adam Schmitt unterstützt wurde, konnte die Gemeinde das etwas hängige Gelände „Ober der Hohl“ für 7950 DM, die nur in Raten bezahlt werden konnten, von der ehemaligen Naussauischen Siedlungsgesellschaft in Darmstadt erstehen. Der Platz wurde dann am 1. Januar 1961 an den SV kostenfrei verpachtet unter der Maßgabe, dass ihn Schule, Gesangverein und Feuerwehr in trainingsfreien Zeiten ebenfalls nutzen können.

Für die Herrichtung eines Spielfeldes und der Errichtung eines Umkleideegbäudes wurden schließlich Kosten in Höhe des damals immensen Betrags von 118.000 DM ermittelt. „Auf die damalige Zeit zurückblickend war es erstaunlich, was die Lörzenbacher Sportler unter Zurückstellung aller eigenen Interessen vollbrachten“, würdigte Gemeindechronist Eddy Gern in seiner Chronik zum 25-jährigen Bestehen. Große Unterstützung leistete dabei der Leiter des Tiebauamtes des Kreises Bergstraße, Diplom-Ingenieur Leo Schilling.


Bei den Bauarbeiten konnten die Lörzenbacher auch auf die Hilfe einer in Bensheim stationierten amerikanischen Einheit unter der Leitung von Oberstleutnant Erich Schmitt bauen, die mit leichtem und schwerem Gerät 16 Tage kostenlos im Einsatz war. Kostenlos verköstigt wurden die Soldaten in dieser Zeit von Nikolaus Emig (Gasthaus „Zur Eintracht“) und von Hans Hofmann (Gasthaus „Zur Post“, Lauten-Weschnitz). Sämtliches Öl und Benzin wurde ebenso kostenlos vom Autohaus Helmut Emig zur Verfügung gestellt.

1961: Zuschauer um Vorsitzenden Georg Rudolph auf dem Sportplatz.

Am Schluss gliederte sich die Finanzierung des Sportplatzbaus wie folgt: 29.630 DM Eigenhilfe des Vereins, 8690 DM Eigenhilfe der Amerikaner, 3680 DM Gemeindebeihilfe, 5000 DM Darlehen und 10.000 DM Beihilfe des Hessischen Fußballverbandes, 50.000 DM Beihilfe durch das „Rot-Weiße“ Programm des Landes Hessen und 11.000 DM Beihilfe des Kreises Bergstraße.

Am 1. und 2. August 1964 wurde der Sportplatz, der gemeinhin als „Rote Erde“ bekannt war, und das Umkleidehaus (Planung von Josef Schopper) mit einem Turnier und einem rauschenden Fest eingeweiht. Die Schirmherrschaft hatte Kreisfußballwart Franz Hackl, der das außergewöhnliche Engagement der Mitglieder mit Vorsitzendem Georg Rudolph an der Spitze besonders würdigte.

Das erste Fußballspiel wurde indes schon am 27. Juni 1959 beim FC Ober-Abtsteinach ausgetragen. In der Pokalbegegnung gab es eine 0:1-Niederlage. Ab der Saison 1959/60 nahm der SVL am Spielbetrieb in der Kreisliga C teil. Schon im folgenden Jahr absolvierten Heinz Matt und Benno Schwarz einen Schiedsrichterlehrgang, die beiden fungierten über zwei Jahrzehnte hinweg als Unparteiische. Zwei Jahre später wurde mit der KSG Mitlechtern eine Jugendspielgemeinschaft gegründet, um auch dem Nachwuchs die Möglichkeit zum Fußballspielen zu geben.


Die erste Mannschaft entwickelte sich gut, schon 1962 wurde beim FSV Zotzenbach ein erster Turniersieg verbucht. Nachdem in der Saison 1965/66 ein beachtlicher vierter Platz erreicht wurde,

Die erste Mannschaft bei einem Turnier beim SV Unter-Flockenbach im Jahre 1965

spielte der SVL in der folgenden Runde um die Meisterschaft mit. Trotz deutlich besserem Torverhältnis unterlagen die Grün-Weißen im Entscheidungsspiel gegen den punktgleichen VfL Birkenau mit 2:4 nach Elfmeterschießen, die Birkenauer kamen damals mit der Nervenbelastung besser zurecht. In den folgenden Jahren spielte der SVL eine gute Rolle in der Kreisliga C, zum Aufstieg reichte es aber – vorerst – nicht. Zumindest die Reservenmannschaft konnte dreimal eine Meisterschaft feiern (1975, 1975, 1978).

1969 wurde schließlich die Alte-Herren-Abteilung gegründet, die unter der Leitung von Robert Hederer (zuvor Werner Blesing) zu einer tragenden Säule des Vereins wurde. 1971 wurde das Angebot des Vereins zudem um eine Damengymnastikgruppe erweitert, die seitdem von Gudrun Arnold geleitet wird.


Da die vorhandenen Gebäudlichkeiten nicht mehr ausreichten, wurde 1971 eine Erweiterung in Angriff genommen. Nach den Plänen von Mitglied Edgar Wagner wurde eine Kleinsporthalle angefügt und unter Federführung des damaligen Vorsitzenden Hans Arnold, der 1968 die Nachfolge von Georg Rudolph angetreten hatte, das Gebäude so erweitert, dass es nun auch über Wirtschafts- und Abstellräume sowie über ein Schiedsrichterzimmer verfügte. Von den Gesamtkosten von 68.000 DM brachte der Verein in Eigenhilfe stattliche 36.515 DM auf, den Rest steuerten die Gemeinde, der Kreis und das Land bei.

1974 erfolgte ein Generationenwechsel im Vorstand und Dieter Jünger übernahm den Vorsitz von Hans Arnold. Der Verein gedieh prächtig, neben dem Spielbetrieb wurden jeden Sommer ein großes Turnier mit Sommernachtsfest sowie zur Fastnacht eine Elferratssitzung durchgeführt. Ausflüge bereicherten zudem das Vereinsprogramm.


1980 wurde eine Sportplatzdecke aufgebracht, von den 50.000 DM an Kosten trug der Verein stattliche 36.000 DM, zudem war auch eine Flutlichtanlage installiert worden. Bis dato waren also insgesamt 236.000 DM an Kosten angefallen. Der Verein hatte dies nur dank des enormen ehrenamtlichen Engagements seiner Mitglieder meistern können.

Der nächste Höhepunkt war dann das 25-jährige Jubiläum 1982, der Verein zählte damals 240 Mitglieder, darunter 48 Jugendliche. Drei Tage lang wurde bei einem unterhaltsamen sportlichen und geselligen Programm auf dem Sportplatz gefeiert. Auch das Clubheim wurde erweitert, so wurde beispielsweise eine Sauna in der Gastgeberkabine eingebaut.

In den Folgejahren setzten die Lörzenbacher Fußballer zu einem beeindruckenden Höhenflug an, der vor allem dank starker Talente aus dem eigenen Nachwuchs möglich wurde. Schon 1983 und 1984 wurde unter Trainer Philipp Weigold nur denkbar knapp der Aufstieg verpasst, im zweiten Jahr scheiterte der SVL im entscheidenden Rundenspiel gegen Tabellenführer FSV Zotzenbach vor 600 Zuschauern aufgrund des Gegentreffers zum 1:1-Ausgleich in der 91. Minute.

Unter Trainer Heinz Schmidt ging dann 1985 der große Traum von Meisterschaft und Aufstieg in die B-Klasse in Erfüllung. Mit Nachwuchstalenten wie Dietmar Hebling, Armin Schwarz und Stefan Jünger sowie Rückkehrer Volker Rettig und den Torjägern Bernd Reyer und Georg Opp wurde der SVL mit fünf Punkten Vorsprung C-Liga-Meister, was Spieler und Anhänger sechs Tage lang ausgiebig feierten. Da schmerzte auch die 1:8-Niederlage gegen den TSV Elmshausen im Spiel um die C-Liga-Kreismeisterschaft nicht.

Mai 1985 – es ist vollbracht: Der SV Lörzenbach ist zum ersten Mal in seiner Geschichte Meister geworden. Mit fünf Punkten Vorsprung auf den BSC Mörlenbach schafften die Grün-Weißen unangefochten den Aufstieg aus der C-Klasse in die Kreisliga B.

Nach dem entscheidenden 3:0-Sieg bei der SG Lautern am vorletzten Spieltag am Vorabend von Christi Himmelfahrt wurde in Lörzenbach sechs Tage lang gefeiert. Nach dem letzten Saisonspiel gegen Eintracht Wald-Michelbach, das mit 8:0 gewonnen wurde, ging es per Umzug durch Lörzenbach, voran Trainer Helmut Schmitt, der in luftiger Höhe in einem Sessel saß, der an einem Frontlader angebracht war. 26 Jahre lang hatten die Lörzenbacher auf diesen Moment warten müssen, da war es klar, dass dieser auf würdige Weise gefeiert wurde.

Mit dem Traktor ging es nach dem letzten Saisonspiel durch Lörzenbach – am Steuer der unvergessene Helmut Emig.

Auch die Reserve, für die sich Gerd Möller als Trainer verantwortlich zeichnete wurde Meister und komplettierte die bislang erfolgreichste Saison des SV Lörzenbach.

Stehend von links: Gerd Möller, Spielausschussvorsitzender Walter Hederer, Roland Butscher, Burkhard Arnold, Uwe Pfeifer, Jürgen Koch, Jürgen Pfeifer, Erich Rudloph, Klaus Emig und Werner Dörsam, knieend von links: Rainer Rauch, Michael Dörsam, Hans Jakob, Wolfgang Baum, Horst Schmitt, Volker Wurtz und Trainer Heinz Schmitt.


Die Kreisliga B war dann nur eine Zwischenstation. Unter Trainer Enver Remic und weiterer Eigengewächse wie Andreas Lenhardt und Klaus Dörsam wurde schon zwei Jahre später der Aufstieg in die Kreisliga A (heutige Bezirksliga) realisiert. Zwar verlor der SVL das Entscheidungsspiel um den zweiten Direktaufstiegsplatz gegen die punktgleiche SG Riedrode - das Spiel konnte aufgrund eines Gewitterregens erst im zweiten Anlauf in Heppenheim durchgeführt werden -, doch im Relegationsspiel gegen den TSV Reichenbach behielten die Grün-Weißen dank der Tore von Dieter Bechtel und Armin Schwarz mit 2:0 in der Verlängerung die Oberhand und schafften so den Aufstieg.

Die Aufsteigerelf: (stehend von links) der damaliga Fan Steffen Emig, Spielausschussvorsitzender Walter Hederer, Spielausschussmitglied Baldur Pfrommer, Bernd Reyer, Roland Kittel, Klaus Dörsam, Armin Schwarz, Dietmar Hebling, Uwe Pfeifer, Thomas Burk, Otmar Dörsam, Hans-Josef Zeiß sowie (knieend von links) Volker Rettig, Dieter Bechtel, Trainer Enver Remic, Rainer Rauch, Jürgen Koletzki, Peter Schmitt, Andreas Lenhardt, Stefan Jünger, Uwe Möldrzyk

In den weiteren drei Jahren unter Trainer Enver Remic wurden nicht nur Youngsters wie Christian Lenhardt, Harald Wurtz und Peter Jünger in die Mannschaft integriert, der SVL war nun auch für auswärtige Spieler attraktiv, was sich in Neuzugängen wie Peter Stimmler, Achim Metzger oder Heinz Persin deutlich machte. Zunächst als Abstiegskandidat gehandelt, entwickelten sich die Grün-Weißen zur festen Größe in der Bezirskliga Süd und schafften 1990 sogar einen hervorragenden dritten Platz.

Unter Trainer Rainer Gicklhorn wurde der Höhenflug fortgesetzt. Mit den Verstärkungen Georg Wiegand und Albert Lammer blieb der SVL ab Oktober acht Monate lang unbesiegt und wurde Zweiter hinter Starkenburgia Heppenheim (mit Jürgen Groh). In der Relegationsrunde zur Bezirksoberliga wähnten sich die Lörzenbacher nach dem abschließenden und aufgrund dreier Tore in drei Minuten in der Schlussphase hochdramatischen 4:2-Sieg gegen die Amateure von Darmstadt 98 schon als Aufsteiger, als sich auch in der anderen Begegnung die Ereignisse überschlugen, die SG Arheilgen die favorisierte TG Ober-Roden auskonterte und durch den 3:1-Erfolg zu aller Überraschung aufstieg.

Groß war im ersten Moment die Enttäuschung, als nach dem 4:2-Sieg im letzten Bezirksoberliga-Relegationsspiel gegen die Amateure von Darmstadt 98 zunächst alle dachten, der SVL wäre aufgestiegen und dann aber die Meldung kam, dass sich die SG Arheilgen durchgesetzt hatte. Doch bald überwog der Stolz über eine überragenden Saison. Schließlich hatte der Bezirksligist von Mitte Oktober bis Juni kein Spiel mehr verloren – mit Ausnahme des 0:1 im Kreispokalendspiel gegen Oberligist VfR Bürstadt. Unser Bild zeigt (vorne von links): Stefan Jünger, Spielausschuss-mitglied Peter Schmitt, Mathias Emig, Peter Stimmler, Harald Wurtz, Andreas Lenhardt und Thomas Burk.


Viermal in Folge, von 1990 bis 1993, wurde der SVL Vize-Kreispokalsieger. Dreimal unterlag die Elf dem damaligen Oberligisten VfR Bürstadt, wobei die erste Niederlage erst in der Verlängerung zustande kam und 1991 hatten die Grün-Weißen Pech, als sie nach mehreren ausgelassenen Chancen knapp mit 0:1 unterlagen.

Verlängerung: nach 90 Minuten hatte sich der SVL im
Kreispokal-Endspiel 1990 ein 1:1 gegen Oberligist VfR Bürstadt erkämpft. Erst
in der Verlängerung und dank eines äußerst zweifelhaften Freistoßes für den VfR
am Fünf-Meter-Raum, den Peter Schwarz verwertete, unterlagen die Grün-Weißen
mit 1:3

Zudem fuhr die Mannschaft bei Turnieren zahlreiche Siege ein und entwickelte sich zu wahren „Hallenfüchsen“, die sogar großen Mannschaften wie dem FV 09 Weinheim das Fürchten lehrten. Unvergessen ist das Halbfinale beim Hallenturnier des SV Mörlenbach im Jahre 1989, als der FV 09 mit Spielern wie Ex-Profi Hans-Peter Makan oder Thomas Schwechheimer erst nach sieben Neunmetern als Sieger feststand. So wurde der SVL dann auch dreimal Sieger des Hallenmasters des Bergsträßer Anzeigers (1989, 1990, 1997).


1995 schaffte der SVL unter Spielertrainer Karl-Heinz erneut die Vizemeisterschaft. Hier musste zunächst ein Entscheidungsspiel herhalten, das die Grün-Weißen in Ober-Abtsteinach mit 1:0 nach hochspannenden 90 Minuten gegen die TG Trösel gewann. In der Relegationsrunde erwies sich dann aber der TSV Nieder-Ramstadt als übermächtig und sicherte sich souverän den Aufstieg. Ein weiteres Glanzlicht setzte der SVL im Kreispokal, als im Viertelfinale Oberligist SV Mörlenbach unter Trainer Stephan Groß mit 4:1 abgeschossen wurde. Und die Reserve wurde zum zweiten Mal nach 1991 Meister der Bezirksliga.

Bezirksliga-Reservemeister 1995 - der SVL: (stehend von links) Michael Aschenbrenner, Uwe Moldrzyk, Otmar Dörsam, Erik Rauch, Chris Steinmann, Jochen Fleschhut, Spielausschussmitglied Horst Sauermann, Peter Stimmler, Spielausschussmitglied Edgar Chlebnitschek und Trainer Karl-Heinz Kneißl sowie (knieend von links) Spielausschuss-mitglied Horst Adam, Thomas Pfeifer, Thomas Köhler, Klaus Pfeifer, Andreas Kreil, Markus Berg, Michael Dörsam, Uwe Pfeifer und Norbert Köhler.

Auch in den folgenden Jahren spielte der SVL in der Bezirksliga weiter eine gute Rolle, auch wenn der fehlende Nachwuchs und mehrere Abgänge dafür sorgten, dass die Mannschaft einige Mal gegen den Abstieg zu kämpfen hatte. Es sprangen aber auch vordere Plätze heraus, wie Rang vier in der Saison 1999/2000, als der SVL im letzten Spiel dem Tabellenzweiten FV Biblis eine herbe 5:2-Niederlage beibrachte, durch die die Ried-Elf dem FC Fürth den Gang in die Aufstiegsrelegation überlassen musste.

Turbulent und dramatisch verlief die Runde 2000/01. Nach einem hervorragenden Saisonstart verpassten die Grün-Weißen mehrfach den Sprung auf den ersten Tabellenrang, doch nach der Winterpause erfolgte ein Einbruch, der auch durch die schwere Verletzung von Mathias Emig und dem Fehlen des angeschlagenen Spielertrainers Dietmar Hebling bedingt war. Die Mannschaft rutschte immer mehr in den Keller und konnte den Gang in die Abstiegsrelegation nicht vermeiden. Personell gebeutelt verlor der SVL die beiden Relegationsspiele gegen den SV Affolterbach (2:3 und 1:2) und musste so nach 14 Jahren Zugehörigkeit zur Bezirksliga in die Kreisliga A absteigen.

In dieser Zeit tat sich auch einiges im Clubheim. Der Wirtschaftsraum wurde ebenso renoviert wie die Duschräume. Auch in Sachen Zustand des Sportzplatzes gab es Handlungsbedarf, denn die Staubentwicklung in trockenen Phasen wurde immer unerträglicher, sodass der Verein bei der Gemeinde den Umbau zu einem Kunstrasenplatz beantragte. Dem stimmte die Gemeindevertretung zunächst zwar zu, doch aufgrund des Ergebnisses eines Lärmgutachtens favorisierte die Gemeinde zunächst den Bau einer neuen Sportanlage.

Unter Trainer Stefan Ebert verpasste der SVL als Viertplatzierter in der folgenden Runde den sofortigen Wiederaufstieg, und auch unter Spielertrainer Jürgen Schmitt gab es 2002/03 einen vierten Rang.

Die letzte SVL-Mannschaft in Eigenständigkeit: (obere Reihe von links): Stefan Jünger, Christian Gebhart, Michael Dörsam, Stefan Eich, Nico Eisenhauer, Jörg Gärtner, Christian und Andreas Lenhardt, Hubert Henkel sowie (mittlere Reihe) Trainer Jürgen Schmitt, René Dietrich, Carsten Hölzing, Sebastian Braun, Norbert Köhler, Mustafa Can, Jörg Landthaler, Steffen Meierhöfer, Thomas Kissel, Torwarttrainer Horst Wurtz, Spielausschussvorsitzender Hans-Helmut Schurich und (untere Reihe von links) Klaus Dörsam, Harald Wurtz, Thorsten Böhm, Andreas Kreil, Thorsten Rühl, Mathias Emig und Heiko Hölzing.